Platz
1

|
|
Respekt
Von
Sven Eppmann, Dortmund
|
|
|
|
|
Inhalt: Ein Mann im Rollstuhl in
einer fast vollkommen leeren Wohnung. Eine triste Umgebung - Halbdunkel,
lange Schatten, vertrocknete Blumen. Dazu traurig melancholische Klaviermusik.
Sprecher: "Man fühlt sich nutzlos und leer - nichts ist demütigender..."
Der Mann im Rollstuhl rollt langsam auf ein Fenster zu. Plötzlich
ein harter Schnitt, das Musikthema wechselt. Flashback. Schnelle Schnitte,
harte Gitarrenklänge. Der gleiche Mann und weitere Rollstuhlfahrer
bei Basketballspielen in einer Sporthalle. Das Spiel ist schnell, es
geht um alles. Sprecher: "...als im Finale einen draufzukriegen."
Schlusseinblendung: "Behinderte Menschen verdienen Respekt - kein
Mitleid."
Die
Jury:
"Ein starkes Konzept mit einer überraschenden Wendung, die
typische Erwartungen entlarvt, indem sie eine ans sich alltägliche
Ge- schichte erzählt: Von einem Mann, dessen Niederlage nicht seine
Be- hinderung ist. Der Film ist klug aufgebaut, atmosphärisch dicht
und ziel-führend. Es wird Position bezogen und ihr Gedanke gegen
Vorurteile mit großer Kraft verteidigt. Die Umsetzung ist sehr
gut gelungen: Kamera, Schnitt und Sound-Design unterstützen die
dramaturgische Wendung. Vor allem aber ist der Claim "Respekt statt
Mitleid" wahr und sehr gut inszeniert."
|
|
|
|
|
|
 |
|
Platz
2

 |
Blind
Vertrauen
Von
Marc O. Seng und Marc Achenbach, Ludwigsburg

|
|
|
|
Inhalt: Ein schnelles Auto, weite Landschaften,
staubige Strassen. Am Steuer: Ein junger, cooler Mann mit Dreitagebart
und Sonnenbrille. Ein geübter Fahrer. Er fährt sportlich,
nimmt Kurven und Abbiegungen mit Tempo. Ein elektronisches Navigationssystem
weist ihm dabei den Weg. Immer wieder gibt die weibliche Stimme ihm
Hinweise, an Welcher Kreuzung er abbiegen muss und welche Distanzen
noch zu fahren sind. Das System funktioniert so genau, dass es den Fahrer
mit seinen Angaben bis direkt vor seine Haustüre lotst. Knapp vor
einer Treppe, die zur Eingangstüre führt, kommt der Wagen
mit einer harten Bremsung zum Stehen. Die Seitentüre öffnet
sich, und das erste, was das Auto verlässt, ist die Spitze eines
weißen Blindenstocks. Der Fahrer des Wagens steigt aus und tastet
sich mit seinem Stock die Treppe hinauf zur Haustüre.
Die
Jury: "Ein glücklicher Mann mit Spaß am Leben, dessen
Behinderung keine mehr ist. Dynamisch in Bildgestaltung, über Schnitt
und Sound Design wird eine tatsächlich (noch) unmögliche Situation
- ein Blinder fährt Auto - optimistisch aufgefangen. Die Geschichte
ist sehr gut inszeniert und stimmt hoffnungsvoll. Ein Spot auf professionellem
Niveau."
|
|
|
|
|
|
 |
|
Platz
3
|
|
Blindness
Von
Ralph Etter, Zürich

|
|
|
|
Inhalt: Sehen wir, was wir sehen? Wir
(Sehenden) vertrauen den Bildern, die wir sehen. Aber was ist, wenn
wir keine Bilder sehen? Zu Beginn des Spots: Das Bild ist schwarz. Doch
die Geräusche lassen darauf schließen, dass die Szene in
einem Saloon spielt. Stimmengewirr, Musik. Plötzlich bricht die
Stimmung ab. Schritte, Türenknallen, ein Schuss fällt. Aufblende
- doch zu sehen ist nun nicht die Szenerie, die man sich eben vorgestellt
hat - sondern ein Geräuschemacher. Er lässt die Szenerie rein
über die Geräusche in Kopf der Zuschauer entstehen. Schlusseinblendung:
"What about you?"
Die
Jury: "Eine Illusion wird mit knappsten Mitteln geschaffen
und filmisch gut aufgehoben. Dem Betrachter wird sein eigenes Vorurteil
sprichwörtlich vor Augen geführt und offenbart, dass Augenlicht
nicht die einzig mögliche Sichtweise der Welt ist. Der Film überrascht
und amüsiert, die ästhetische Umsetzung ist sparsam und dadurch
gelungen."
|
|
| |
 |
|
|
Finalist
4
|
|
"..."
Von
Bruno
Forzani, Menton (B)
|
|
|
| Inhalt:
Der Spot zeigt einen männlichen und einen weiblichen Körper,
die sich nackt gegenüberliegen. Mit ihren Händen fahren die
beiden über die Haut des Anderen, ertasten die Haare, de Augen, die
Lippen, die Schultern des anderen. Die Worte "Ich liebe Dich"
werden in verschieden Sprachen eingeblendet. Zum Schluss des Spots wird
das Zeichen der Taubstummen-Sprache für "Ich liebe Dich"
gezeigt, das genauso international ist, wie die Berührungen, die
die beiden Liebenden austauschen. |
|
| |
 |
|
|
Finalist
5
|
|
Commercial
Break
Von
Nicolas
Semak,
Dominique Dring,
Tobias Springer,
Jan Krauß
Studenten aus Frankfurt am Main
|
|
|
|
| Inhalt:
Ein Film im Stil eines Werbespots: Ein Wissenschaftler wirbt für
den genetischen Ausschluss von Behinderungen. Er preist die Vorteile genetischer
Manipulations-möglichkeiten, die verhindern sollen, dass behinderte
Kinder zur Welt kommen, deren Leben angeblich nicht lebenswert ist. Zum
Schluss sieht man eine Frau vor dem Fernseher, die sich diese Werbepause
angeschaut hat: Sie ist selbst behindert und sitzt im Rollstuhl. |
|
|
|
|
 |
|
Finalist
6
|
Denk
anders
Von
Ralf Kopp, Darmstadt |
|
|
| Inhalt:
Der Spot zeigt das Piktogramm für "Behindertengerecht":
Ein weißes Strichmännchen im Rollstuhl vor blauem Hintergrund.
Einblendung: "Kann so ein Leben Spass machen?" Das Piktogramm
wird animiert. Es dreht sich und ein zweites Strichmännchen ist zu
sehen, das neben dem Rollstuhl kniet und über dem Schoss des Rollstuhlfahrers
unzweideutige Handlungen mit dem Mund unternimmt. Einblendung: "Vielleicht
ja mehr als ihres." Weiterhin zeigt der Spot zwei Strichmännchen
beim Oral-Sex. Einblendung: "Denk anders - das hilft". |
|
| |
 |
|
Finalist
7
|
|
|
|
|
|
Klotz
am Bein
Von
Katrin
Schlitt, Hamburg
Kunststudentin, Hochschule f. bildende Künste, Hamburg

|
|
| Inhalt:
Dieser Animationsfilm zeigt einen Menschen, der vor grauen Hintergrund
spazieren geht. Da taucht ein Hindernis vor ihm auf: ein roter, viereckiger
Gegenstand. Der Mensch stolpert und fällt.. Er bleibt liegen, versucht
sich aufzurappeln, was zunächst misslingt. Dann kommt er wieder auf
die Beine. Doch seine Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt, er kann
sich nicht mehr richtig bewegen. Der Unfall hat für ihn schwerwiegende
Folgen: Wie ein Klotz am Bein trägt er seine Behinderung bildlich
mit sich herum. |
|
|
|
|
 |
|
|
Finalist
8

|
Menschen
wie Du und ich?
Von
Pascal
Chavel, Nürnberg
Freiberuflicher Kameraassistent
|
|
|
| Inhalt:
Im Badezimmerspiegel sieht man das müde Gesicht
eines jungen Mannes. Er benetzt sein Gesicht mit Wasser und beginnt dann
eine ausführliche Morgentoilette, die sich zu immer absurderen Formen
steigert. Was mit einer simplen Haarwäsche beginnt, endet in einem
wilden, lustigen Head-Banging mit Fön. Im Gegensatz zu den Spots,
die behinderte Menschen gerne als traurige Zeitgenossen mit einem Defizit
gegenüber den Nichtbehinderten darstellen, zeigt dieser das Gegenteil.
Erst zum Ende des Films zeigt sich: Der Mann sitzt im Rollstuhl - was
seiner guten Laune keinen Abbruch tut. |
|
|
|
|
 |
|
|
Finalist
9

|
|
|
|
Sychronised Swimming for Users of Wheelchairs
Von
Team Klask, Odense (DK)
Nichlas Dahl Jensen
Pernille Møller Jensen
Maria Jøstad
Jonas Grau Thomsen
BjØrn Riber Jensen
Stephanie Askholm
Charlotte Rasmussen
Mike Nielsen
Louise Haldbo Balslev
Tine Fensteen Madsen
|
|
Inhalt:
Sonne, Dünen, Meer. Eine Gruppe von jungen Menschen mit Behinderungen,
die lustige Badekappen tragen, in einem Bus auf dem Weg zum Strand. Ein
Schild: "Beach for Handicaped People". Drei Rollstuhlfahrer
rollen den Strand hinab aufs Meer zu - um den Bauch tragen sie Schwimmringe
mit Krokodilsköpfen und an den Armen Schwimmflügel.
Dann sind sie im Meer, mit Rollstühlen, den Kopf zum Strand gewandt
- immer noch ausgestattet mit lustigen Badeaccessoires. Sie beginnen mit
einer Choreographie: Synchronschwimmen für Rollstuhlfahrer. Schnitt.
Ein Krankenwagen kommt mit Blaulicht angerast. Schnitt. Wieder der Blick
aufs Meer. Da, wo vorher die beiden Synchronschwimmer zu sehen waren,
treiben jetzt nur noch Schwimmhilfen, Badekappen und zwei Rollstühle
im Wasser. Einblendung: " To be continued." |
|
|
|
|
|
 |
|
|
Finalist
10

|
Wünsche
Von
Lars Rau,
Oliver Fietz,
Holger Sandtner
Freischaffende Künstler aus Gießen
|
|
|
| Inhalt: In
vier kurzen Abschnitten werden die unterschiedlichen Wünsche von
Personen gezeigt. Zunächst ein Mann im Rollstuhl, der versucht einen
Bordstein hinaufzukommen. Dazu eine männliche Stimme: "Ich wünschte
mir, ich könnte laufen." Zu den Bilder ist der Schriftzug: "kein
Gefühl" eingeblendet. Als nächstes Bilder von einer jungen
Frau auf einem Rockkonzert, dazu eine weibliche Stimme : " Ich wünschte,
ich könnte hören." Zu den Bilder ist der Schriftzug: "kein
Gehör" eingeblendet. Dann Bilder einer alten Frau und ihrer
Enkelin, die ihrer Oma ein selbstgemaltes Bild zeigt. Dazu die Stimme
einer alter Frau: "Ich wünschte, ich könnte sehen."
Zu den Bilder ist der Schriftzug: "keine Sicht" eingeblendet.
Zum Schluss Bilder eines Autofahrers, der sein Auto auf einem Behindertenparkplatz
parkt. Dazu die Stimme eines Mannes: "Ich wünschte, ich würde
heute mal keinen Strafzettel bekommen." Nach den Bildern ist der
Schriftzug: "kein Charakter" eingeblendet. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|